Holland, Happy Place

10 Tage Niederlande: Groningen – Den Helder – Texel – Bergen – Zandvoort – Harlem – Giethoorn – Zwolle – Rotterdam

Jetzt können wir es ja sagen: Natürlich wollten wir auch aus persönlichen Gründen (je wärmer desto glücklicher) vom Nordkap schneller in die südlichere Gegend, aber es gab noch einen anderen wichtigen Grund. Schon seit Tagen planten wir Janinas‘ Schwester Malin zu überraschen. Sie und ihr Freund Dennis, hatten einen Kurztrip nach Holland geplant und wir wollten die beiden nicht verpassen. Das mit der Überraschung hat aber leider nicht geklappt, da Malin fast stündlich eine andere Urlaubsidee hatte. Wir mussten sie also mit einweihen und so beschlossen wir alle gemeinsam ein paar schöne Tage an der Nordseeküste zu verbringen.

Wir starteten in Groningen und übernachteten am Stadtrand auf einem kleinen Parkplatz. Nach Erfahrungsberichten auf diversen Internetseiten, ist Wildcampen in den Niederlanden strengstens untersagt und wird wohl auch sehr teuer. Schade, da wir uns schon sehr an das Campen in der Natur gewöhnt hatten und wir totale Antifans von teuren, überfüllten Campingplätzen sind. Eine nette Alternative ist das Minicamping. In Deutschland ist das wohl mittlerweile auch der Hit. Landwirte stellen ihren Grund kostengünstig zur Verfügung, damit man dort legal übernachten kann. Die sanitären Einrichtungen sind sehr rustikal, man ist umgeben von Tieren und es herrscht meist eine sehr entspannte Atmosphäre. Wir haben solch ein Bauerhofcamping in Den Helder zum ersten mal ausprobiert und es war super. In Den Helder waren wir die ersten zwei Tage noch ohne die beiden. Da Janina seltsamerweise immer noch dieses mysteriöse Etwas am Fuß hat, ist Markus dort alleine surfen gewesen. Wir hatten ziemlich Glück mit dem Wetter und konnten lange am Strand chillen, waren in eine der lässigen Strandbars und haben beim Bauern gegrillt. Überraschenderweise wird es Abends im Vergleich recht kühl. Am zweiten Tag kamen dann endlich die beiden und das Geschrei war groß. Klar, wir haben uns erst ein paar Wochen zuvor auf Fehmarn verabschiedet, dennoch war es super dass das Treffen geklappt hat und wir ein paar Tage gemeinsam verbringen konnten. Die Wiedervereinigung musste an dem Abend natürlich auch bis spät begossen werden. Irgendwie haben wir kurzeitig gedacht, dass auch Janinas‘ Eltern kommen würden, da die beiden Urlaub hatten, aber das war leider nicht der Fall. Am nächsten Tag frühstückten wir gemütlich und entschieden einen Tagestrip auf die Insel Texel zu machen. Eigentlich hätten wir dort sehr gerne eine Nacht verbracht, die Campingplätze waren aber alle restlos ausgebucht. Die Fähre nach Texel kostet Hin und Retour 25€, was völlig in Ordnung ist. Der Wind auf Texel war eher ein Sturm und viele Menschen ließen am breiten Sandstrand ihre Drachen steigen. Bei Kindern sieht man ja sehr oft dieses Phänomen „Spielzeugneid“: die beiden Jungs brauchten also auch dringend einen Drachen. Begeistert wurden diese durch die Luft manövriert bis sie Minuten später, fast zeitgleich, den Löffel abgaben. Das war ein ziemlich kurzes Gastspiel.

In der Nacht probierten wir das zweite mal Bauerhofcamping aus und auch diesmal war es wieder absolut super. Der Hof lag direkt an einem kleinen, mit Seerosen bestückten, Fluss. Hühner, Pfaue und Kaninchen liefen frei umher und auf den Weiden grasten etliche Pferde. Idylle pur. Der Bauernhof lag etwas im Lamdesinneren, in der Nähe von Bergen. Es lohnt sich aber allemal dem kleinen Ort Bergen an Zee einen Besuch abzustatten. Zur Ortschaft hin führt ein kopfsteingepflasterter Waldweg gesäumt von vielen unbezahlbaren Villen. Der Besuch des Leuchtturms in Bergen ist kostenpflichtig, man hat aber auch von den Dünen einen tollen Blick auf den maritimen Ort.

Leider existieren bis zu diesem Abschnitt fast keine Fotos mehr, da Janinas Handy kaputt gegangen ist. Mittlerweile das dritte seit der Reise…. aber ab jetzt dann wieder mit Impressionen 😉

Letztes Jahr waren wir alle vier gemeinsam auf einen Festival in der Nähe von Zandvoort. Da uns der Campingplatz dort so gut gefallen hat fuhren wir am Abend noch dorthin um leider feststellen zu müssen, das der Platz ausgebucht ist und auch keine Hunde erlaubt sind. So einfach lässt sich während der Hauptsaison in Zandvoort kein Campingplatz finden. Wir hätten auch auf einem der Parkplätze übernachtet, aber Malin und Dennis wollten lieber auf einen Campingplatz. Letztendlich fanden wir auch einen, der wahrscheinlich nur der Hässlichkeit wegen nicht ausgebucht war. Die unfreundlichen Mitarbeiter und die hohen Preise machten es auch nicht besser. 40€ für eine Nacht ist schon heftig. Außer uns beanspruchten hunderte feierwütige Jugendliche mit Zelten den Platz. Egal, wir machten das beste draus.

Nachdem wir uns, die beiden Bullis und die Dreckswäsche sauber hatten, gönnten wir und noch ein paar sonnige Stunden am Strand.

Nichts ahnend saßen wir im Sand und scherzten rum bis plötzlich Gipsy hysterisch an zu bellen fing. Guter Hund, denn sie schlägt immer kurz an wenn Fremde sich nähern, vor allem im Bus ist es gut so eine Art Alarmanlage zu besitzen.

Da näherten sich aber weder Fremde, noch saßen wir in der Nähe vom Bus. Gipsy bellte vor Freude weil sie die beiden Menschen wohl kannte, die versuchten sich anzuschleichen. Dann, Sekunden später checkten auch wir es. Da kamen tatsächlich Janinas Eltern! 😊 das Geschrei war wieder mal riesig, Janina muss ihre Emotionen immer ziemlich laut kundtun.Da haben wir wirklich gar nicht mehr mit gerechnet. So eine unglaublich tolle Überraschung!! Janina konnte es gar nicht fassen und musste ein paar Minuten rumheulen. Jetzt war auch klar warum wir unbedingt auf einem Campingplatz stehen mussten. Mama und Papa hatten wirklich vor in einem winzigen Zelt zu übernachteten. Was tut man nicht alles für die lieben Kinder… (Spoileralarm: nach der ersten Nacht wurde dem armen Zelt ein kräftiger Tritt verpasst und es landete in hohem Bogen im Mülleimer 😂) Den Abend ließen wir gemütlich am Grill ausklingen. So schön alle lieben Menschen wieder um uns zu haben! Auf dem Programm des nächsten Tages stand dann ein Ausflug in den Ort Harlem. Wir waren einen Tag zu spät für den historischen Käsemarkt dort, aber auch ohne Käse ist Harlem lohnenswert. In der Altstadt gibt es duzende Vintageläden, süße Cafès und man kann sich für wenig Geld an einem der unzähligen Stände die leckeren Fritjes kaufen. Achtung: Größe S ist schon kaum zu schaffen!

Tag zwei verbrachten wir mit der Crazy Family in dem wunderschönen Ort Giethoorn. Ein Ausflug lohnt sich in jedem Fall, schlau wäre es eventuell nicht gerade an einem Sonntag dort aufzukreuzen… In unserem Fall hatten wir aber nur den Sonntag und außer uns war noch eine Invasion von Japanern vor Ort. Nichts gegen die freundlichen Asiaten, Aber Motorboot fahren zählt definitiv nicht zu deren Stärken. Giethoorn hat nämlich ausschließlich Wasserstraßen. Dieses ausgeklügelte Kanalsystem führt durch den Ortskern, das angrenzende Naturschutzgebiet und durch zwei Seen. Im Ortkern war es aufgrund der vielen Touristen super wimmelig, dafür waren wir in dem Naturschutzgebiet ganz für uns und konnten in Ruhe die Sonne genießen und die Landschaft betrachten.

Nach der Bootstour mussten wir schweren Herzens wieder getrennte Wege gehen. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für das tolle Wochenende und die grandiose Überraschung. Wir hoffen sehr dass ihr in naher Zukunft wieder mal einen Überraschungangriff startet 😊 (next chance Portugal 😉)

Für uns ging es denn weiter nach Zwolle, die liebe Lea besuchen.Wir gingen in der Altstadt gemütlich Pizza essen und philosophierten in Leas Garten bei einigen Flaschen Wein über alte Zeiten. Tags drauf zeigte Lea uns die Stadt und wir sonnten uns im schön angelegten Stadtpark.

Da der Abend zuvor uns noch sehr in den Gliedern steckte, fuhren wir nur bis kurz vor Rotterdam um dort auf einem Rastplatz die Nachtruhe einzuläuten.

Geplant war es keineswegs so viele Tage in den Niederlanden zu verbringen. Aber Holland, du hast uns sehr gefallen!

Auf geht’s nach Belgien! 🌍

2 Gedanken zu „Holland, Happy Place“

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