Waffeln & Kirschbier

Gleich nach der holländischen Grenze sammelte Belgien viele Sympathiepunkte. Wir hielten kurz an einer kleinen Tankstelle um uns zwei Kaffee zu kaufen, da der lange Abend vom Vortag, das schlafen auf der befahrenen Raststätte und das frühe Aufstehen uns etwas zu schaffen machten. Die nette Verkäuferin schenkte uns die beiden Kaffee mit der Begründung weil unser Auto so cool ist. Wirklich nett.

Wir fuhren die Strecke durch bis nach Antwerpen. In Hafennähe entdeckten wir einen kleinen Pfeil der in Richtung Waldstück zeigte mit der Aufschrift „Kamping Kontiki“. Dem Pfeil folgten wir und landeten mitten im Wald, wo wohl am Tag zuvor eine heftige Party eskalierte. Tausende Gläser, eine Bühne und noch leuchtende Lampions ließen uns das vermuten. Aber von dem Campingplatz fehlte jede Spur. Wir parkten das Auto und schlenderten an einem See vorbei bis hoch auf einen Hügel. Und siehe da, der Campingplatz wurde sichtbar.

Unmöglich mit dem Bus dort rauf zu fahren. Kamping Kontiki ist das non plus ultra Individualisten Camping. Der Inhaber begrüßte uns herzlich, er hatte unseren Schrödi schon im Wald gesichtet und ließ es sich nicht nehmen uns seinen selbst ausgebauten alten Mercedes zu zeigen. Das perfekte Rolling Home und uns wurde wieder einmal mehr klar, das der Schrödi für so eine Art von Reise ein bis drei Nummern zu klein ist. Im Nachhinein ist man immer etwas schlauer, Wir haben uns aber mittlerweile mit dem winzigen Platz arrangiert und kommen ganz gut klar…. der Inhaber zeigte uns noch das Highlight des Platzes: einen uralten Steinofen und das wahrscheinlich allerwertvollste was hier oben auf dem Hügel stand. Ab 17 Uhr gab es Pizza, die wir uns nicht entgehen lassen sollten. Eigentlich wollten wir uns an dem Tag schon die Stadt anschauen, Aber wir legten einen Faulitag ein, lümmelten im Bus rum (Der übrigens diese Nacht auf einen Schulhof am Waldrand parkte) und warteten dass es endlich 17 Uhr wurde. Die Pizza war dort wirklich ein Knaller! (Glaubt man gar nicht bei dem Anblick der Fotos 😉) Es war ein super gemütlicher Abend auf dem kleinen Hügel mit legendärem Blick auf die Stadt Antwerpen.

Am nächsten Tag stand mal wieder die Körperhygiene auf der Tagesordnung. Janina hatte die glorreiche Idee ein Freibad in der Nähe anzusteuern. Super Einfall, dann können wir auch noch ein paar Bahnen schwimmen und sind frisch und fit für das Sightseeing. Super Reinfall. Die Belgier haben anscheinend ziemlich Angst vor Bakterien und Markus durfte mit seiner Boardshorts nicht in das Becken, der Kassierer bot ihm einen „Eierkneifer“ an, den er aber dankend ablehnte. Das Thema mit „in Ruhe duschen“ hatte sich auch schnell erledigt da es nur eine große Gemeinschaftadusche gab, die sogar vom Personal bewacht wurde. Janina schwimmte ein paar Bahnen und wir haben dann beide nur eine kleine Katzenwäsche unter der Dusche gemacht Immerhin hat der Eintritt auch nur zwei Euro gekostet.

Wir entschieden mit den Rädern in die Stadt einzufahren und die Gipsy im Auto zu lassen. Leichter gesagt als getan. Wir befanden uns nämlich auf der „falschen“ Uferseite und eine Brücke oder etwas derartiges war nicht auszumachen. Ein Straßenschild zeigte zwar einen Tunnel, welcher aber renoviert wurde und nicht befahrbei sei. Und wenn dann wahrscheinlich eh nur mit motorisierten Fahrzeugen. Auf der verlassenen Straße in der Wohnsiedlung sahen wir endlich eine Dame die uns augenzwinkernd erklärte dass wir mit dem Boot an das andere Ufer gegangen. Ja das muss man auch erstmal wissen. Das Boot selbst ist noch nicht einmal als solches deklariert gewesen. Die Überfahrt ist umsonst und geht schnell. Antwerpen ist wunderschön, haben wir festgestellt. Es gibt unzählige uralte Gebäude. Wir starteten mit dem auffällig roten Kunstmuseum.Das kostet zwar Eintritt aber man gelangt umsonst auf die Dachterrasse. Von dort aus hat man einen super Aussicht über die ganze Stadt und kann sich einen ersten Überblick verschaffen.Lohnenswert ist auch die angrenzende Altstadt, zwei Kirchen, und das Schifffahrtsmuseum. Natürlich haben wir es in der Altstadt nicht versäumt die belgischen Waffeln zu probieren und das legendäre Kirschbier zu verköstigen. Ein Träumchen. Da wir Gipsy nicht allzu lange alleine lassen wollten, beendeten wir nach dem Essen die kleine Stadtrundfa

Mit dem Bus fuhren wir noch einige Kilometer bis zur Küste. Nach einem ausgiebigen Spaziergang und dem Abendessen übernachteten wir dort inmitten von Dünen. Eine Belgierin erzählte dass es gut sein kann, dass die Polizei hier nachts kontrolliert und wir in dem Fall einfach kooperieren sollen und wegfahren. Dann müsste man meist keine Strafe zahlen, für widerrechtliches Campieren. Wieder erwarten blieb es in der Nacht aber ruhig.

Brügge war der zweite und letzte Stop auf unserer Route durch Belgien. Das Wetter spielte uns in die Karten und war perfekt für einen kleinen Stadtrundgang, entlang am Kanal. Kaum in Brügge angekommen regnete es Sintflutartig. Schade, Wir lenkten den Schrödi durch Brügges enge Gassen und schossen aus dem Auto ein paar Fotos. Mehr hätte sich bei dem Wetter wirklich nicht gelohnt.

Ein Grund mehr schnell nach Frankreich zu fahren, Was wir am gleichen Tag auch noch geschafft haben 😉

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