Je m’appelle Baguette

Gerade sind die Pyrynäen fast zum greifen nah. Einmal durch Frankreich und wir haben so viel erlebt dass die Zeit im nu verflogen ist und wir nicht dazu kamen etwas zu schreiben . Wir versuchen unsere bisherige vive la france so gut es geht zu rekonstruieren.

Vive le Normandie.

So zeichnet sich die Normandie für uns aus: prärieartige Landschaften, steile Felsklippen, nette Menschen, türkisblaues Wasser, weite Strände, winzige Dörfchen, viele Ruinen. Unser Weg Richtung Westküste Frankreichs führte uns durch die Normandie. wir beschlossen Mautstraßen komplett zu meiden und nur im äußersten Notfall über die Autobahn zu tuckern und wurden mit niedlichen alten Örtchen belohnt. Hier stellt sich das Gefühl ein dass die Welt noch intakt und völlig in Ordnung ist.

Während der Hauptsaison ist auch in Frankreich das frei stehen oder wildcampen untersagt. Im Vergleich zu Skandinavien sahen wir auch alle paar Minuten die Gendemerie patrouillieren. Eine gute Alternative zum herkömmlichen Campingplatz, sind einfache Parkplätze extra für Womos, auf denen man kostenfrei ein bis zwei Nächte stehen darf. Natürlich muss man sich mal wieder damit abfinden, das mehrere auf diesem Plätzen stehen und man nicht so ganz seine Ruhe hat. In solchen Situationen vermissen wir Skandinavien sehr. Hach was war das Leben da noch einfach 😉 großer Pluspunkt ist jedoch das die Plätze meistens nur ein paar Fahrzeuge fassen können und wir standen bis jetzt immer wundervoll in der Natur oder direkt am Meer. Unser erstes Ziel nach langem hin und her ob wir nicht doch noch kurzfristig einen Abstecher durch den Eurotunnel auf die britischen Inseln wagen sollten war dann doch einer der besagten Plätze direkt im Dorf an einem weitläufigen Strand gelegen. Nach einem Spaziergang am Strand wo man wunderbar den Kitern bei ihren Kunststücken zusehen konnte, stellte sich der Rückweg für Gipsy als regelrechte Herausforderung dar, da sie bei gefühlten 100 km Gegenwind dem ihr entgegenfliegendem Sand mutig trotzten musste

Endlich Zuhause angekommen nahmen wir unsere riesen Straßenkarte, eine Flasche Wein und etwas zu schreiben um unseren weiteren Reiseverlauf zu planen. (Das war übrigens das erste mal während unserer Reise, das wir versuchten etwas organisierter zu sein😂) Wir haben uns nach langem hin und her für verschiedene Hotspots entschieden die wir anfahren wollen. Der erste Teil des Weges verlief entlang der Küste in Richtung Omaha Beach wo ja bekanntlich die Landung der Alliierten den weiteren Verlauf der Geschichte änderte. Am nächsten Tag machten wir uns Mittags auf den Weg nach Fècamp um die Ausläufer der schützenden Felsküste zu sehen. Eindrucksvoll und in unbeschreiblicher Höhe trotzen diese Kalkfelsen der Brandung und schützen die dahinter liegenden Städte vor den Gewalten des Meeres. Wir hatten das Glück bei Ebbe diesen kleinen Ort zu erreichen und konnten einen Spaziergang unter den Klippen am Kieselstrand wagen. Wir wurden belohnt mit den unterschiedlichen Steinskulpturen die die Kraft des Wassers über die Jahre in den Kalk geschliffen hat. Die weissen Wände standen meterhoch über uns und man hatte ständig das Gefühl es könnte sich ein weiterer Kalkbrocken lösen und zu und an den Strand stürzen. Einige Fotos und eine handvoll Steine später machten wir uns auf zu unserem Stellplatz den wir uns vorher auf der Karte gesucht hatten.

(Zwischen dem vorherigen und dem kommenden Plätzen waren wir noch an zwei weiteren Orten, die uns aber auf Teufel komm raus nicht mehr einfallen wollen …Ja, Wir werden ab jetzt Buch führen 😎)

Tags drauf fanden wir per Zufall einen mehr oder weniger „einsamen Strand“ mit angrenzenden Parkmöglichkeiten. Wunderschön zwischen den Felsen wird diese kleine Bucht ausschließlich von Einheimischen genutzt wurde. Leider hatten einige auch eines dieser weissen Strassenkreuzer und belagerten mit uns den Parkplatz. Die Gemeinde der Provinz hat erst kürzlich diesen Fleck mit Sanitäranlagen sowie einem Surfverleich und zwei kleinen Strandrestaurats ausgestattet. Wir bleiben zwei Nächte und waren die meiste Zeit im Wasser kleine, feine Wellen surfen . Oh was freuen wir uns auf die Westküste 😄😄

Da wir es mal wieder nötig hatten zu duschen, (ja wir haben zwar eine Dusche mit dabei, aber es ist bei weitem lässiger im Skandinavischen Niemandsland zu duschen, als auf einem stark frequentierten Platz…) viel die nächste Wahl auf einen günstigen Campingplatz im Inland, da wir uns entschieden die Küste einen Teil auszulassen. Der Ort war winzig klein und es schien als seien alle Dorfbewohner verreist. So auch die Verantwortlichen des kleinen Campingplatzes. Wir warteten eine halbe Ewigkeit an der „Rezeption“, als keiner kam gingen wir einfach schonmal duschen. Nach der ausgiebigen Dusche war immer noch keine Menschenseele zugegen und so fuhren wir auf einen kostenfreien Parkplatz, sehr abgelegen und nur ein paar Straßen weiter.

Wir sind solche Banausen 😉

Der Parklpatz lag wunderschön direkt an einem Fluss. Neben uns war ein altes Schloss und dahinter die kleine Ortschaft. Es gab hausgemachte Ravioli a la Markus, gefüllt mit Ziegenkäse und selbst gepflückter Minze.

Von dem Ort war es nur ein Katzensprung zur Ortschaft Le Mont-Saint-Michel. Die Sehenswürdigkeit schlechthin in der Normandie. Schon von weitem kann man sie gut ausmachen, Da die Ortschaft im normadischen Wattenmeer auf einem kleinen Felsen thront.Die Parkplätze sollten ein Vermögen kosten und wir waren schon drauf uns dran einfach weiter zu fahren, da entdeckten wir unweit des Felsens einen Bauernhof mit angrenzender Kilometer weiter Schafweide. Prärieartig. Da dort schon zwei weitere Fahrzeuge parkten wagten wir es ihnen gleich zu tun. Wahrscheinlich, so dachten wir, will der Bauer mit der Aktion den Staat boykottieren 😉 (19€ für einen banalen Parkplatz ist schon mehr als grenzwertig…) Und da der Bauer sic vielleicht geweigert hat auch sein Land herzugeben ist das seine Art von heimzahlen. (Ja wir kommen vom Thema ab und spinnen etwas rum) so machten wir uns also idiotischerweise in der sengenden Mittagshitze 6 Kilometer durch die Schafsteppe bis hin zum Wattenmeer.

Auf diesem kleinen Fels wohnen eine handvoll Menschen, die meisten sind Mönche. Den Eintritt um über die Brücke, rauf auf das kleine Eiland gehen zu dürfen, haben wir uns gespart. Die Warteschlange war riesig und die Insel wirkt als ganzes betrachtet viel eindrucksvoller.

Westküste, wir kommen 😄

2 Gedanken zu „Je m’appelle Baguette“

  1. Hey ihr beiden,
    ich muss gestehen… Der Titel hat mich als Französisch-Liebhaberin direkt gecatched 😀
    Von der Normandie habe ich bislang leider noch nicht sooo viel zu sehen bekommen, aber die Bilder, die ihr gemacht habt, schauen richtig toll aus 🙂
    Viel Spaß noch auf eurer Reise,
    schöne Grüße,
    Caro

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