Guter Tropfen, exzellenter Jahrgang

Die Stadt DER Weine. Ohja sie zählen zu den Besten weltweit und die gesamte Stadt schmückt sich mit diesem Ruf. Bordeaux hat aber auch verdammt Glück, denn geologisch gesehen liegt das Gebiet optimal zum gedeihen dieser erfolgreichen Weinreben.

Die Garonne schlängelt sich sichelartig durch die Stadt und verleiht ihr damit auch den Namen „Hafen des Mondes“. Sehr poetisch. Leider war die Garonne während unseres Besuchs nicht gerade mit Wassereichtum gesegnet, und so schlängelte sich lediglich eine schlammige Masse durch die Stadt. Zu der Zeit ist das hier in der Gegend leider ziemlich häufig der Fall, in den Sommermonaten herrscht akuter Wassermangel in Frankreichs Flüssen und Seen .

Aufgrund der drückenden Hitze an diesem Tag, planten wir vor Ort eine kleine Sightseeingroute via Google Maps. Das ist eine bewährte Methode, denn immer wenn wir nicht vorhaben Ewigkeiten durch eine Stadt zu bummeln, suchen wir uns ein paar Sehenswürdigkeiten raus und gestalten einen kleinen Rundweg. Wichtig ist, das Auto in diesem Rundweg mit einzuschließen um anschließend dort wieder zu landen 😉 In Bordeaux ist alles super zentral in der Altstadt gelegenen. „Vieux Bordeaux“ ist seit 2007 UNESCO-Welterbe.

Viele, der wirklich eindrucksvollen Bauten, bekamen wir auf unserer kleinen Tour zu Gesicht. Leider war es jedoch ziemlich voll in der Stadt und so turnten beispielsweise ein Haufen Menschen im Miroir d’Eau, dem weltweit größten Wasserspiegel.

An diesem Platz trafen wir auch, wir bitten diesen Ausdruck zu entschuldigen, einen echt bescheuerten Hundebesitzer. Dieser hatte seine kleine Bestie überhaupt nicht im Griff und anstatt den Hund irgendwie zurecht zuweisen, ließ er die Leine einfach los. Der Hund rannte auf Gipsy zu und biss ihr ohne Vorwarnung in den Allerwertesten. Super. Denn da sie ja Städte so unglaublich toll findet, steigt mit diesem Erlebnis die Sympathie bestimmt ins Unermessliche… naja sie hat es aber ganz gut weggesteckt.

So, der eigentliche Grund weshalb wir uns von der Küste losgerissen haben um etwas ins Inland vorzustossen war aber nicht die Stadt Bordeaux. Wir wollten unbedingt ein berühmtes Weingut besichtigen und uns so richtig vollaufen lassen (haha das letzte war natürlich ein Witz) (es war kein Witz! 😉) unsere tolle App fand einen petit camping auf einen Bauernhof ganz in der Nähe. Plan war dort zu übernachten um am nächsten Morgen eines dieser Châteaux zu besichtigen .

Zufälligerweise standen Bauer, Bäuerin und Hund am Tor des Hofes, als wir auf das Grundstück fuhren . So als hätten sie auf uns gewartet.

Sie empfingen uns super herzlich und wir fühlten uns gleich sehr wohl auf diesem… Weingut . Wie es der Zufall so will besitzen Madame et Monieur ein kleines Familienunternehmen mit verschiedensten Rebsorten Vino. Herrlich. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ja natürlich wollten wir in eins der berühmteren Châteaux, aber die beiden sind so unglaublich nett und authentisch, dass wir sie sofort fragten ob es möglich sei eine kleine Führung zu bekommen . „Bien sûr. En une demi-heure?“

Qui. D’accord. Und so schleifte uns die Hofherrin in das kleine Weingut (ihr Mann zockelte mit dem Trecker ab) und wir bekamen eine exklusive Führung inklusive Verkostung. Es war grandios. Einziger kleiner Manko war die Sprachbarierre. Sie war der englischen Sprache nicht so mächtig und außer dass Janina noch einige Floskeln in ihrem Gedächtnis gefunden hat, herrscht da absolute Wissensleere. Wahrscheinlich erzählte sie uns, super bemüht, total wichtige Sachen .

Aber ehrlich gesagt freuten wir uns auch mehr auf die Weinprobe itself. Wir probierten 7 bis 9 verschiedene Weine.

So genau kann man es nicht mehr sagen. Die Dame meinte es ziemlich gut mit uns und schenkte die Gläser immer bis fast zum Rand ein. Und wir wollten nicht in Teufels Küche kommen und tranken natürlich jedes Glas brav aus. Die Stimmung stieg mit jedem Glas, man muss dazu sagen, dass wir aber außer ein kleines Frühstück noch nichts gegessen hatten. Unser Jugendlicher Leichtsinn, der Alkohol oder die wirklich guten Weine, brachten uns, nach der zweieinhalbstündigen Weinreise, dazu das wir mehrere Kisten von drei verschieden Weinen kauften. Und ja, zu dem Zeitpunkt dachten wir noch nicht an den Stauraum. Die Dame war so glücklich dass sie uns noch zwei Flaschen schenkte (Mist, noch mehr zu verstauen 😉)

Nachdem alles bezahlt und verladen war, verabschiedeten sich die beiden + Hund von uns und wir hatten das komplette Gut für uns ganz alleine. (Sie wohnen wohl unten im Dorf) Da wir nicht mehr in der Lage waren etwas zu kochen, gab es einen Käseteller mit frischem Baguette.

Trauben hatten wir ja zu Genüge vor Ort, wir haben uns auch nur ein ganz paar genehmigt. Passend dazu öffneten wir uns die erste Flasche Rotwein und genossen die Stille und den Sternenhimmel zwischen den Weinreben.

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