Fazit unmöglich

Es sind jetzt vier Monate.

Vor genau vier Monaten haben wir unser trautes Heim auf Zeit im schönen Züri verlassen. Hals über Kopf. Und total planlos. Aber wie so oft meinte das Schicksal es mal wieder gut mit uns, denn alles hat vor unserem Aufbruch so funktioniert wie wir es uns gewünscht hatten. Wir sind, dank tatkräftiger Unterstützung, mit den Renovierungsarbeiten am Schrödi rechtzeitig fertig geworden. Zum Glück, denn zeitweise war die Befürchtung groß dass wir den Zeitplan niemals einhalten können und entweder nach dem Midsommar Festival nochmal zu Janinas Elternhaus zurückfahren um alle Arbeiten abzuschließen oder die sekundär wichtigen Arbeiten, wie zum Beispiel den Lack erneuern, komplett streichen und, im schicken rost-moos-weiß Camouflage losziehen.

An dieser Stelle möchten wir nochmal von Herzen Danke sagen an unsere Familien und Freunde die uns so unterstützt und ermutigt haben .

WE ♡ U

Vor vier Monaten haben wir den letzten Unzugskarton zugeklebt, und unser ganzes Hab und Gut in den Schrödi verfrachtet. Die Wochen davor waren für uns Stress pur. Zwischen der Arbeit, standen Wohnungsbesichtigungen der interessierten Nachmieter an. Wir hatten tagtäglich potentielle Käufer für irgendwelche Möbelstücke und Deko im Haus. Wir suchten verzweifelt ein neues Heim für unsere beiden Degus Hippie & Tippi. Sie kamen zum Glück bei einer ganz lieben Familie unter. Wir spendeten 90% unserer Kleidungsstücke und packten die restlichen Sachen in Kartons. Und wir mussten natürlich unsere Jobs einwandfrei übergeben. Und dann war die Wohnung leer. Komplett leer. Und wir mussten noch eine Woche in dieser leeren Wohnung verbringen. In der Not schleppten wir die Matratze aus dem Bulli ins Wohnzimmer und hatten so wenigstens noch einen Schlafplatz.

Zwischen dieser Zeit und der Gegenwart liegen vier Monate. Wir können es kaum fassen.

Vier Monate voll lachen und weinen. Voll von Sonnenauf- und -Untergängen. Voll Regen und Sturm und Sonne und Nebel und Regenbögen. Voll endlos langer Straßen durch tiefe Wälder, voll von tosenden Wasserfällen und einsamen Stränden. Voll von sternenklaren Nächten und wilden Tieren. Voll von Wut und Verzweiflung und unfassbaren Glück. Und das alles gefühlt und gesehen und erlebt in 4qm Wohnfläche.

Vor Abfahrt wurde in vielen Gesprächen eines sehr deutlich: Ungläubigkeit. Viele können es sich nicht vorstellen, so lange Zeit auf winzigsten Raum miteinander auszukommen. Natürlich haben wir noch lange nicht die Halbzeit unserer langen Reise erreicht und wenn es ausschließlich harmonisch in unserem kleinen Heim wäre, würden wir böse lügen. Das ist es sicher nicht. Aber wir haben die anfänglichen Schwierigkeiten lange überwunden. Die haben wir in Skandinavien gelassen. Als wir irgenwie noch lernen mussten „auf der Straße zu leben“.

Diese Zeit: Wohin als nächstes? Wo sollen wir schlafen? Haben wir uns verfahren? Wir haben nichts mehr zu essen! Wo ist die nächste verdammte Tankstelle? Du beansprucht viel mehr Platz als ich im Bett! Wo ist der Schlüssel? Warum regnet es immer? Was zur Hölle machen wir hier eigentlich? – haben wir zum Glück fast vollständig hinter uns gelassen.

Das Leben in einem winzigen Bus ist definitiv ein Bootcamp für die Beziehung. Wir sind der Meinung, das man alles schaffen kann, nach so einem Abenteuer. Nächstes Kapitel: Weltherrschaft 😉

Lange haben wir das Thema „bisheriges Fazit“ untersucht . Es ist uns nach vielen, intensiven Gesprächen unmöglich . Wir können beim besten Willen nicht sagen welcher Tag, welches Ereignis oder welcher Ort uns am allerbesten Gefallen hat. Wir sind froh und glücklich über jeden einzelnen zurückgelegten Kilometer. Jedes Land und jeder Ort waren bisher wunderschön und eindrucksvoll. Jedes negative Ereignis hat uns näher zusammengeschweißt und davor bewahrt diese kleinen Fehler zu wiederholen. Unzählige kleine Geschichten und schöne sowie schlechte Erlebnisse haben wir hier noch gar nicht niederschrieben . Schon jetzt könnten wir ein kleines Buch über diesen herrlichen, alltäglichen Wahnsinn schreiben . Vielleicht machen wir das auch. Irgendwann .

Tja und jetzt stehen wir gerade in Spanien. Irgendwo an der Küste . Es regnet schon seit Tagen, der Herbst ist erbarmungslos und macht auch vor diesem Fleckchen Erde keinen Halt. Markus liegt im Bus und liest. Janina ist schon seit Tagen schlimm erkältet. Es ist kalt . Aber wir sind einfach nur glücklich . Für jede einzelnen Augenblick. Dafür das wir so etwas Erleben dürfen .

Auf noch ganz viele Stunden im Bus. Auf Tausende Kilometer. Auf Regen und Sturm und auf die Sonne und tolle Wellen!

2 Gedanken zu „Fazit unmöglich“

  1. Ich gehöre zu den Menschen, die sich nicht vorstellen können so eine lange Zeit auf so kleinem Raum zu leben. Ich glaube Christian oder ich würden irgendwann den anderen irgendwo aussetzen😅 bin völlig begeistert, wie ihr beiden das macht und bei jedem neuen Post unglaublich neidisch auf euch und alles was ihr erlebt.

    Macht weiter so. Wünsche euch noch ganz viele tolle Erlebnissen, bei denen das eine das andere übertrifft. 😘

    Gefällt 1 Person

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