Good people, good feeling

Schon am Morgen des letzten Freitags schwebte eine ganz bestimmte Laune über den Platz am Praia de amado .

Eine gewisse Mischung aus Aufregung und Vorfreude breitete sich rasant unter die dort ansässigen Vanlebenden aus. Endlich wieder Freitag. Endlich wieder Pizzaparty. Man sagte uns das wir dieses spektakuläre Ereignis keinesfalls verpassen dürfen. Und dieser besagte Freitag wurde von uns, schon fast andächtig zelebriert.

Nachdem alle Sachen gepackt und die Kinder und Hunde eingesammelt waren machten wir uns zunächst in einer witzigen Karawane, bestehend aus den kuriosesten fahrbaren Untersätzen, auf den Weg nach Lagos.

Selbstredend, für eine Party dieses legendären Ausmaßes muss man natürlich fresh und sexy sein. Deswegen kaperten wir in Lagos einen Gemeinschaftsduschplatz eines Stadions und gönnten uns für zwei Euronen eine heiße Dusche. Die erste richtige Dusche seit mittlerweile vier Wochen.

Nach dem alle Beteiligten wieder den Staub der letzten Zeit vom Körper geschrubbt hatten kauften wir Lebensmittel und Alkohol in rauen Mengen.

Die Party ist irgendwo im Inland der Algarve. Mitten in der Pampa. Wir sind unschlüssig ob dieser Teil Portugals überhaupt zu irgendeinem Ortsteil angeschlossen ist.

Die Fahrt war durchaus abenteuerlich. Eine geteerte Strasse wich ziemlich bald einer Schotterpiste, die dann in einen staubigen, schlaglöcherübersäten Weg überging. Nach einer guten Stunde hin- und hergeschaukel kamen wir dann endlich an. Oder? Wir erspähten ein riesiges Feld, aber mehr auch nicht. Zum Glück waren nicht nur Ersttäter unter uns. Chris und Matze sind anscheinend so gut wie jedes Wochende da. Ohne die beiden hätten wir uns auch ganz sicher hoffnungslos verfahren.

Wir parkten unsere Busse auf diesem besagten Feld uns tranken gemütlich 3 – 13 Bier zusammen. Festivalstimmung. Die Dusche hätten wir uns zu diesem Zeitpunkt schon locker sparen können. Da es schon seit Monaten nicht mehr geregnet hatte klebte der garstige Staub mal wieder erbarmungslos an uns.

Da sich unter unesrem feierwütigen Partyvolk auch zwei minderjährige, im Alter von knapp einem Jahr, befanden, beschlossen wir schon früher aufzubrechen . Die Location befand sich auf einem Hügel, den es noch zu erklimmen galt.

Hier, mitten im Nichts, einem Urwald gleich, hatte mal jemand die glorreiche Idee mehr oder weniger autark zu leben . Um sich das Leben finanzieren zu können, schmeißt dieser jemand namens Rudi jeden Freitag diese Party. Wir glauben das der Rudi damals nicht damit gerechnet hat, so viel Publikum anzuziehen.

Oben auf diesem Hügel, mitten im Wald angekommen, zahlten wir 10€ Eintritt. Der Preis beinhaltet zwei Freigetränke und wie der Name schon verrät, Pizza aus dem Steinofen, all you can eat. Geil! Natürlich stürzten wir uns sofort auf die Pizzen. Und man hatte wirklich nicht zu viel versprochen. Es gab etliche verschiedene, teilweise ziemlich exotische Variationen und alle über lecker! Die 10€ vom Eintritt hatten wir ziemlich schnell wieder rein gefuttert.

Die Location an sich ist in Terrassen am Hügel angelegt. Es gibt mehrere Bars, eine Kuchenbar, zwei Floors und viele gemütliche Chillareas und Aussichtspunkte in Form von alten Sofas, Kinosesseln oder ausgebauten rostigen Bussen. Dadurch das sich etliche farbige Lichterketten und Lampions durch die Bäume schlängeln und überall bunte riesige Traumfänger und andere selbstgemachte interessante Gebilde im Wind flattern, wird der Ort irgenwie magisch-mystisch.

Es hat sich durchaus gelohnt diese kleine versteckte Fleckchen aufzusuchen.

Leider existieren so gut wie keine Fotos von dem Abend. Und wenn kann man sie nicht öffentlich zur Schau stellen 😉 (sorry we are not sorry.)

Am nächsten Morgen, als wir alle wieder mehr oder weniger geradeaus gehen konnten, bestiegen wir nochmals den Hügel um uns das Szenario bei Tageslicht anzuschauen . Es war kurz nach 11, die Musik ist just in dem Augenblick erloschen als wir das Einganstor passierten. Die letzten anwesenden Partypeople waren ziemlich heftig gezeichnet von der letzten Nacht. Sie stolperten mehr oder weniger planlos durch die Gegend. Schade dass der DJ nicht mehr unter ihnen weilte (keine Sorge, er schlief wohl nur schon). Bei Tageslicht nahm man noch krasser wahr dass es sich um eine winzig kleine Oase mitten im riesigen Dschungel handelte. Es war nichts außer Wald auszumachen .

Da die Sonne schon hoch am Himmel stand und es langsam wieder fast unerträglich heiß wurde, beschlossen wir, zusammen mit den beiden Families zu einem nahegelegenen See zu fahren.

Zur Regenzeit hat er anscheinend riesige Ausmaße, jetzt ist allerdings ziemlich wenig Wasser im See . Für eine Abkühlung reicht es aber allemal. Kaum standen die Autos, schon rissen sich die drei Jungs die Klamotten vom Leib und sprangen nackt in das Hüfthohe erfrischende Nass.

Da aufgrund des Wasser wohl das Leben und die „Abenteuerlust“ in die Körper zurückkehrte beschlossen die Jungs Fischen zu gehen.

Gar nicht so abwegig da die Fische kräftig umhersprangen. Trotz aller Bemühungen, diversen Ködern und stundenlangem Ausharren wurde nichts essbares Gefangen. Markus fischte lediglich eine Wasserschildkröte aus dem See (Ja krass hier leben Wasserschildkröten!!!)

Plan B zwecks Abendessen musste her. Nudeln gehen bekanntlich immer. Michi hat die weltbeste Tomatensoße gezaubert. Und so saßen wir sechs plus die beiden halben Portionen gemütlich am See. Mit Wein und Sonnenuntergang.

Dadurch dass es im Inland, selbst nach dem Sonnenuntergang noch echt gemütlich draußen ist, saßen wir auch recht lang in der entspannten Runde quatschten über Gott und die Welt und hatten sogar dass Glück auf ein paar Sternschnuppen zu treffen. Niemandem viel ein Wunsch ein, dass ist dann wohl Glück in seiner reinsten Form 😊

Am nächsten Tag gab es ein gemütliches Spätstück, bevor wir alle in verschiedene Himmelsrichtungen aufbrachen .

Die entspannten Tage mit diesen tollen Menschen, mitten im Nirgendwo, haben wir sehr genossen. Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder .

Man trifft hier aber eh alle naselang bekannte Gesichter. Portugal ist wirklich winzig und hier im Süden sind wir ständig am grüßen, weil uns ein bekannter Bus entgegenkommt. Witzig dass hier eine richtige Vanlife Community existiert.

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