Feliz Navidad

Es ist ja nicht so, als würden wir Weihnachten immer ganz klassisch in der Kälte unter dem Weihnachtsbaum feiern: Nein – schon einige Weihnachten durften wir im Süden verbringen, unter Plamen bei lauschigen 23 Grad Aussetemperatur. Anders – aber auch super schön!

Dieses Jahr war es doch trotz ähnlicher Temperaturen ein gaaaaaaanz anderes Weihnachtsfeeling:

nämlich keins!

Was an und für sich gar nicht sooo schlimm ist, dennoch waren wir immer etwas melancholisch wenn ein Weihnachtslied im Radio lief oder mal wieder Bilder von Freunden aud diversen sozialen Netzwerken sah, die den Baum schmückten, Kekse backten oder sich zum Wichteln trafen…. Naja das ist dann wohl die andere Seite der Medaille…. Es kam noch hinzu, dass wir unsere Fähre auf den Kanaren am zweiten Weihnachtsfeiertag gebucht hatten, deswegen mussten wir uns irgendwo in der Nähe von Cadiz aufhalten…

Ganz am Anfang von unserer „Andalusienexkursion“ fanden wir tatsächlich einen total tollen, einsamen Strandabschnitt, eine halbe Stunde von Cadiz entfernt und beschlossen an Weihnachten dort zu stehen, das Leben geniessen und uns etwas Gutes zu kochen….

not drivin´home this year

Am 23.12 fuhren wir also zu dem besagten Platz und waren erstaunt wie viel los war.. Verlassen hatten wir in „damals“ in aller Einsamkeit und jetzt tummelten sich bestimmt 6 oder 7 Vans dort auf dem Platz. Also „einsames Weihnachten“ adè 😉

Die Stimmung war zunächst allerdings eher verhalten, da wahrscheinlich allesamt vorher dachten, ein sehr besinnliches Weihnachten, in trauter Umgebung zu vebringen. Es waren auch ziemlich viele Nationen zu finden, aber im Laufe des Tages kam man sich schon ein wenig näher. Trotz alledem merkte man sehr deutlich, dass bei allen nicht sooo richtig das Weihnachtsfeeling zu spüren war.

Markus und ich beschlossen ein kleines Festmahl zuzubereiten und gingen am 23.12 noch schnell einkaufen: es sollte an Heiligabend Kartoffeln, Bohnen im Spckmantel und Gulasch (welches Stundelang vor sich hinköchelte) geben. Natürlich hatten wir für uns beide keine materiellen Geschenke vorbereitet, wir schenkten uns die vergangene und die kommende Gemeisamzeit 🙂

Heiligabend

Neben uns stand eine vierköpfige Familie aus Deutschland, die beiden Söhne sind so um die 10 Jahre und haben aus Palmen und anderen Gewächsen einen ziemlich grossen „Weihnachtsbaum“ gebastelt und sogar geschmückt. Das war eine ziemlich tolle Aktion. Und anscheinend war dieser gebastelte Tannenbaum, DAS Weihnachtssymbol und dafür verantwortlich ,denn es machte plötzlich „Klick“ in all unseren Köpfen und Weihnachten war irgendwie auch bei uns angekommen.

Diesen eigentlich sehr besonderen Tag gemeinsam „unter Fremden“ zu verbringen schweisste irgendwie zusammen… Wir kannten uns alle ja erst ein paar Stunden. Trotzdem stellten wir zusammen, spontan, eine kleine, feine Weihnachtsfeier auf die Beine.

Nach einigem Organisieren trafen wir uns alle um 17 Uhr wieder und jeder brachte eine Kleinigkeit mit. Es gab Gebäck und Glühwein und es wurden zusammen deutsche, englische und spanische Weihnachtslieder gesungen, gemeinsam getrunken und gelacht. Wir haben den wirklich tollen Sonnenuntergang bestaunt, bis alle zurück in ihre Camper sind um Abend zu essen. Das war wirklich wirklich toll. Obwohl wir uns, kaum kannten war es eine ganz tolle Stimmung. So schön dass einige weinen mussten – vor Freude.

Mir ist dann mal wieder klar geworden, dass es ein ganz besonderer Tag ist. Auch wenn man nicht streng gläubig ist, gehört Weinachten zum Jahr dazu und muss in irgendeiner Art und Weise zelebriert werden. Und niemand sollte an Weihnachten alleine sein!

Nachdem Markus und ich gegessen hatten, trafen wir uns noch bei unseren Nachbarn, einem deutschen Pärchen, ungefähr unseren Alters, auf 1 bis 7 Gläsern Wein und quatschen bis tief in die Nacht am Lagerfeuer Markus bekam sogar ein Geschenk, und zwar eine Pfeife. Jetzt wenn er seine Pfeife raucht, sieht er aus wie ein alter Seebär 😀

Wir haben auch mal wieder, gerade an Weihnachten, feststellen müssen wie innig sich Bekanntschaften binnen von ein paar Stunden oder Tagen entwickeln können… Man kann es selbstverstänlich keine Freundschaft nennen. Aber dadurch, dass man schon eine ähnlich Lebenseinstellung teilt und am Reisen ist, bestenfalls im Bus lebt so wie wir, hat man viele gemeinsame Nenner. Man ist manchmal wirklich sofort auf einer Wellenlänge, mit Menschen. Redet und lacht mit denjenigen als würde man sich schon jahrelang kennen. Das ist super spannend und macht eine Reise gerade interessant!

Wieder erwarten, haben wir ein tolles, gefühlvolles und lebhaftes Weihnachtsfest verbringen dürfen, haben super interessante Menschen getroffen und waren rundum glücklich!

Am Ende des Tages konnten wir sogar noch ganz kurz mit der Familie sprechen. Fest steht allerdings für uns: wenn es irgendwie geht zum nächsten Fest – family first!

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